Juli 2019
M D M D F S S
« Jan    
1234567
891011121314
15161718192021
22232425262728
293031  

Existenz gesichert? – Hartz IV kompakt

Hartz IV war lange Zeit medial kein sonderlich großes Thema, allenfalls wenn es darum ging, Leistungsbetrug, Schmarotzertum oder die Faulheit der Leistungbezieher auszuleuchten, waren bestimmte Medien – ganz besonders auch jenes mit den ganz großen Buchstaben und Bildern – recht flott dabei, entsprechende Artikel zu verfassen. Man tritt ja gerne nach unten. Offenbar zusammenhängend mit dem Fall der Essener Tafel begann eine Diskussion über die Leistungen in Verbindung mit dem ALG II und ob man denn davon überhaupt menschenwürdig Leben kann. Hier kompakt dargestellt die Leistung selbst, deren Herkunft, Zusammensetzung und Geschichte – und eine Bewertung.

In einem anderen Beitrag habe ich bereits eine Übersicht zu den existenzsichernden Leistungen in Deutschland allgemein zusammengestellt. Hier geht es nun um das Arbeitslosengeld II, dass der Volksmund gerne als Hartz IV bezeichnet: Denke ich an Hartz IV, muss ich vor allem an auschweifende Orgien in Luxushotels mit Schampus und Prostitutierten denken, die damals auch über den „Schreibtisch“ von Peter Hartz (die sogenannte „VW-Korruptionsaffäre“, siehe z.B. die FAZ vom 30.09.2005, das manager magazin vom 17.01.2007 oder Spiegel Online vom 25.01.2007), einst Personalvorstand bei Volkswagen, liefen und die so einen krassen Gegensatz zur Schröder’schen Agenda darstellen. (mehr …)

Bedingungsloses Grundeinkommen – die Faulen belohnen?

Mit zunehmender Veränderung der Arbeitswelt kommt das Modell eines Grundeinkommens für alle, wie es bereits seit einigen Jahren mehr oder weniger öffentlichkeitswirksam diskutiert wird, wird das Thema auch inzwischen immer wieder von Wirtschaftskapitänen geführt: Oft als Möglichkeit, die Folgen von Umwälzungen insbesondere in der Produktion abzumildern. Auf der anderen Seite stehen Skeptiker, die oft getreu dem antiken Motto des Proletariats „Arbeit muss sich lohnen!“ ein bedingungsloses Grundeinkommen ablehnen. Die Begriffe von Arbeit und Sozialleistung werden sich ändern müssen.

Vom Arbeiten und Tätigsein

Als ich in den 80er und 90er Jahren des letzten Jahrhunderts aufwuchs, gab es große Visionen von der Zukunft: Mit bunten Zeichnungen bebilderte Bücher malten ein Leben aus, in dem fortschrittliche Automatisierung und Digitalisierung uns viel Arbeit abnehmen und der Mensch sinnvollen, befriedigenden Tätigkeiten nachgeht. Die Zukunft würde golden sein – mit weniger Arbeit und einem Wohlstand, der durch Maschinen gesichert würde. In der Rückschau scheinen diese Visionen jedoch auf ganz besonders drastische Art daneben gegangen zu sein. (mehr …)