April 2019
M D M D F S S
« Jan    
1234567
891011121314
15161718192021
22232425262728
2930  

Das Ende der Menschlichkeit

Nachdem die letzten Wochen geprägt waren von einem absurden Politzirkus, inszeniert vom CSU-Trio Seehofer, Söder und Dobrindt, der sich immer schneller drehte wie ein außer Kontrolle geratenes Jahrmarktskarussell (im Hintergrund Missklänge aus der kaputten Drehorgel – wahlweise Söder oder Dobrindt). Nun will Seehofer gerne die Mittelmeerroute schließen unterstützt durch Österreichs Bundeskanzler kurz, der Kapitän eines Rettungsschiffs muss sich vor Gericht verantworten und in „Der Zeit“ diskutiert man offenbar über das Für und Wider der Seenotrettung. das kommt der Logik einiger Twittertrolle doch entgegen, die lauthals die Meinung vertreten, dass erst die Seenotrettung dafür sorgen würde, dass immer mehr Menschen sich auf den Weg übers Meer machen würden. Man würde die Schlepper geradezu „ermutigen“. Man diskutiert mit zunehmendem Ernst darüber, ob man Menschen nun besser ertrinken lassen soll oder nicht – das würde sie dann schon lehren, in unser schönes Europa einzufallen.

„Oder soll man es lassen?“ lautete die Überschrift eines Artikels der Zeit in der letzten Woche. Der Beitrag, der zunächst hinter einer Bezahlschranke abgelegt war (mittlerweile allgemein zugängig) sorgte nach seinem Erscheinen für einen – gelinde ausgedrückt – mächtigen Wirbel. Liest man den Artikel, so erscheint dieser – zumindest die erste Strecke (die Frau Lobenstein verfasst hat) – als eine recht nüchtern-sachliche Wasserstandsanalyse. Ein erster Satz, der ins Auge fällt ist dieser: „Ihr Verständnis von Menschenrechten ist absolut kompromisslos.  (bezogen auf die Retter, Anmerkung d. Artikelschreibers)“ Dieses „Verständnis“ wird leider nicht weiter erläutert – was ja durchaus interessant sein könnte, denn es scheint der Autorin Mariam Lau von der Zeit nicht um Kompromisse bei den Menschenrechten sondern um Kompromisse hinsichtlich des Verständnisses der Seenotretter was die Menschenrechte angeht zu gehen (ein kleiner, aber feiner Unterschied!). Es kann ja Frau Lau nicht ernsthaft darum gehen, bei Menschenrechten doch Kompromisse einzugehen? Hoffen wir es nicht. (mehr …)

Glyphosat kompakt

Die Verlängerung des Breitbandherbizides Glyphosat war lange Zeit umstritten. Ende November stimmte Landwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) bei der Abstimmung bezüglich der Verlängerung der Lizenz in einem Alleingang für die weitere Zulassung von Glyphosat für weitere 5 Jahre in der EU. Kompakte Informationen über einen umstrittenen Stoff und dessen Geschichte.

Glyphosat wird in der Landwirtschaft wie auch in Privathaushalten eingesetzt und dient als Herbizid der Vernichtung von Unkraut. Bevor die Verlängerung in der EU beschlossen wurde, gab es viel Widerstand in der Zivilgesellschaft gegen die Verwendung jener chemischen Verbindung. Glyphosat sei gilt als krebserregend, manche schieben ihm die Schuld am Insektensterben unter. Vor der Neuzulassung des Mittels liefen über die sozialen Medien, Campact und Co. viele Kampagnen um eine Verlängerung der Zulassung zu verhindern. Jetzt, nachdem Minister Schmidt ohne Abstimmung mit dem Bundesumweltministerium seine Entscheidung gefällt hat, wollen die Grünen ein möglichst zügiges Verbot des Einsatzes von Glyphosat in Deutschland, um die Entscheidung des Landwirtschaftsministeriums zumindest auf nationaler Ebene zu konterkarieren. Aber was genau ist Glyphosat und was macht es so populär? Welche Gefahren gehen von dem Herbizid aus? Eine kompakte Darstellung. (mehr …)